Psicologia

Traurige Musik heitert Menschen auf

Schöne, aber traurige Musik hilft Menschen aus schweren Zeiten heraus. Dies haben Psychologen nach einigen Untersuchungen festgestellt.

Der Zuhörer sucht sich automatisch einen Teil der Melodie heraus, der seine Traurigkeit widerspiegelt. Diese Aufmerksamkeit auf eine spezifische Passage des Stücks beschrieben die Psychologen als SISM, Self-Identified Sad Music- mit meinem Gefühlszustand identifizierte traurige Musik.

Der Zuhörer erkennt in der Musik und evtl. in dem dazu gehörenden Text seinen eigenen Gefühlzustand wieder, identifiziert die Melodie als ‘schön’ und hat das Gefühl, dass ihn jemand versteht. Dieses Gefühl des Verstanden-Werdens schafft Erleichterung und der Zuhörer fühlt sich besser.

220 Personen wurden gefragt, ob sie in spezifischen Situationen Musik hören, und wenn ja, was für Musik. Das Ergebnis bestätigte die Annahme der Psychologen: Viele hören traurige Musik, wenn sie schlechter Laune sind.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich der emotionale Zustand einer Person verbessert, da er während des Zuhörens in emotionale Momente der eigenen Situation zurückversetzt wird, gleichzeitig jedoch von damit verbundenen, immer gleichen Gedanken abgelenkt wird. Die Stimmung hellt sich also nicht direkt durch die Musik auf, sondern dadurch, dass sich die Gedanken, trotz der vertrauten Stimmung, auch wieder Neuem zuwenden können.

Wenn man eine traurige Musik auswählt, mit dem Ziel in Erinnerungen schwelgen zu können, so passt sich unser Gefühlszutand dieser Traurigkeit an. Gleichzeitig fühlt sich der Zuhörer von dieser Traurigkeit berührt und findet sich in ihr wieder. Er hat das Gefühl, dass seinem inneren Befinden von seiner Umwelt (der Musik) Wert gegeben wird. Diese gelungene Begegnung zwischen Umwelt und Innerem heitert den Zuhörer auf.

 

Sveva Eikemann, classe 2°A

One Reply to “Traurige Musik heitert Menschen auf

  1. Man hört traurige Musik aus demselben Grund, aus dem man auch traurige Filme ansieht. In beiden Fällen ist man nicht selbst traurig, sondern identifiziert sich mit dem Gefühl eines anderen. Das ist nicht nur erträglich, sondern kann sogar angenehm sein. Der Unterschied zwischen Film und Musik ist lediglich der, dass man sich bei Musik anonym identifiziert. Näheres zu dieser Erklärung erfahren Sie in der Arbeit „Musik und Emotionen – Studien zur Strebetendenz-Theorie“, die Sie unter dem Link http://www.willimekmusic.de/musik-und-emotionen.pdf kostenlos herunterladen können.
    Bernd Willimek

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